Reviews

Serien im Review: Valeria

Serien im review: Valeria

Wer mich kennt weiß: spanische Serien sind für mich ein No-Go. Und dass ich spanische Serien nicht unbedingt mag, heißt nicht, dass ich mein Stück Heimat in Barcelona vergessen habe. Oder dass ich den spanischen Lifestyle nicht leiden kann. Gott weiß, ich sage nie nein zu einem guten Vino oder einer Fiesta. Aber spanische Serien: No! Und das ist völlig in Ordnung. Wie die Spanier sagen würden: Para gustos, colores.  Über Geschmäcker darf man nicht streiten. 

Weil ich mich aber gerne auf Neues einlasse, und dringend eine neue Serie brauchte, schaute ich Valeria (den Link für Netflix findet Ihr hier | Achtung: Deutsch ist derzeit nicht als Wiedergabe-Sprache Verfügbar, dafür als Untertitel) auf Empfehlung meiner spanischen Bestie. Und nun ja, was soll ich sagen. Ich habe vor 2 Stunden angefangen, bin mittlerweile bei Folge 4 und bete, dass die Serie mehr als eine Staffel hat. 

Wenn Ihr also Sex and the City vermisst und Bridget Jones euch auch begeistert hat, dann müsst Ihr Valeria eine Chance geben!

Valeria

Valeria, die Hauptdarstellerin, ist eine 28-jährige Schriftstellerin, die gerade Ihre „Quarter-Life-Crisis“ auf allen möglichen Ebenen durchlebt. Die Ideen für Ihr erstes Buch sind mehr schlecht als recht, Ihre Ehe ist nicht mehr das was sie mal war, Sex ist mehr Science-Fiction als Realität, Ihr Berufsleben ähnelt einem Hop-on-Hop-Off Bus und finanziell sieht es so lala aus. Im Grunde die Krise die jeder junge Erwachsene mal erlebt hat, in irgendeiner Form. 

Auch wenn es sich bei der Serie hauptsächlich um Valeria’s Geschichte handelt, werden die Stories Ihrer besten Freundinnen (Carmen, Nerea und Lola) nicht vergessen. Man bekommt also auch einen Einblick in deren Leben in Madrid und die Schwierigkeiten, mit denen sie gerade kämpfen:

  • Lola ist in einer Affäre mit einem verheirateten Mann verwickelt, und kommt da irgendwie nicht mehr raus. Familiär läuft es bei Ihr auch nicht Bombe: der Bruder sitzt im Rollstuhl, der Vater kann sich nicht mehr alleine um ihn kümmern und die Mutter ist gar nicht im Bilde.
  • Nerea ist Rechtsanwältin in der Firma Ihrer Eltern, wohnt bei Mama und Papa und ist lesbisch. Problem: ihre Eltern wissen nichts von Ihren Liebschaften und Ihr Job erfüllt sie auch nicht mehr.
  • Carmen ist ziemlich „in love“ mit einem Arbeitskollegen, traut sich aber nicht ihn anzusprechen. Mindestens genauso schlecht wie in der Liebe, läuft es auch mit der Wohnungssuche im teuren Madrid.

Klingt alles ziemlich „normal“ oder?

Mädels wie Du und ich

Wenn man es ganz genau nimmt, ist es eigentlich nur noch eine Serie, die uns klar machen will, dass keiner perfekt ist und jeder ein wenig Extragepäck mit sich schleppt. ABER…und jetzt kommt der Grund, weswegen mich die Serie gepackt hat… es handelt sich hierbei um Mädels wie Du und Ich. Valeria und Co. sind weder Models, noch wohnen Sie auf der Upper East Side, noch haben Sie reiche Eltern. Sie wohnen noch bei Hotel-Mama oder in einer normalsterblichen und unordentlichen Wohnung, haben stressige Jobs (oder auch nicht) und kämpfen mit dem Alltag des Frau-Daseins. Inklusive Girls-Drama, Stereotypen und Sex-Fails. 

Valeria, Nerea, Carmen und Lola könnten alle Ich sein. Auch ich liebe es, bei Cocktail und Co. die Welt mit meinen Freundinnen zu retten (retten tun wir nichts, aber der Wille zählt) . Auch ich habe kreative Blockaden durchlebt. Nicht den Job gefunden, den ich wollte. Mich durch unzählige Tinder-Fails gekämpft. Entscheidungen getroffen, die entweder richtig oder eine Lehre waren. Aber trotz allem, immer weiter gemacht. 

Warum sollte man sich eine Serie anschauen, die die eigenen Probleme widerspiegelt? 

Weil die Serie uns zeigt, dass es OK ist, wenn es mal nicht perfekt läuft. Oder wir zum 5. Mal gegen den gleichen Stein getreten sind. Oder unseren Freundinnen etwas vorenthalten. 

Valeria und Ihre Mädels erinnern uns daran, dass wir etwas mehr an uns selbst glauben sollten. Und das riskieren immer besser als bereuen ist. 

Fazit: wenn mir die Serie nicht empfohlen worden wäre, hätte ich gedacht es ist nur noch eine weitere Serie über 4 Freundinnen. Aber schon nach den ersten 5 Minuten wusste ich, diese Serie ist eine Doku über mein Leben. Und mal unter uns, wer würde sein Leben nicht gerne mal aus einer anderen Perspektive sehen?

(Bild-Quelle: Netflix)

Weitere Buch-, Serien- und Filmempfehlung gibt es unter folgendem Link.

Über den Autor

Die Welt ist meine Heimat, der Ozean meine Energiequelle und Salzwasser meine Blutgruppe. Mein Gesicht ist ein offenes Buch, meine Emotionen habe ich nach 28 Jahren immer noch nicht unter Kontrolle und meine Augen sprechen für mich, ob ich es will oder nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.