Gedanken Laut Gedacht

Ohne Plan B.

Plan B

Ich habe nie wirklich über Plan B nachgedacht. Ich schätze, ich war mir sicher, in meiner vorgetäuschten Perfektion, dass ich nie einen Plan B benötigen würde. Das war die erste Lektion, die ich lernen musste. Und immer noch lerne. Damals, mit 16 war ich mir sicher alles im Griff zu haben. Alles zu wissen. Ja, wie Sido einst sang, war ich eine Rebellin, wusste alles besser. Jetzt weiß ich etwas, was ich mit 16 eben nicht besser wusste. Das alles läuft, nur nicht nach Plan.

Mit 16 dachte ich, ich würde die Liebe meines Lebens in der Uni kennen lernen und diese Person heiraten, mit 25 mein erstes Kind bekommen, einen super Job als Eventmanagerin in einer Agentur haben und in einem großen Haus wohnen. Unser Golden Retriever würde Buddy heißen und wir hätten eine schöne Veranda mit Swimming Pool. Im besten Fall sogar mit Meeresblick.

Mit 17 war ich zwar noch nicht in der Uni, hatte dafür aber einen Sommer-Romanze angefangen und konnte behaupten, es war meine erste feste Beziehung. Mit 19 war ich an der Uni, hatte die erste Liebe kennen gelernt und hatte nicht nur einen sondern gleich 2 Hunde. Keiner von beiden hieß Buddy, noch waren es Golden Retriever…aber das war irrelevant. 

Mit 21 liebte ich meinen Freund immer noch, musste aber feststellen, dass mein Herz noch Platz für andere hatte. Und das jagte mir eine scheiß Angst ein, weil diese Gefühle definitiv nicht in meine Pläne passten.

Mit 22 hatte ich einen Uni-Abschluss in der Hand, eine Beziehung, die am seidenen Faden hing und eine Person, die mich glücklich machte und mich bedingungslos liebte. Ich konnte diese Liebe aber nicht erwidern. Weil ich nicht wusste wie. 

Mit 22 musste ich entscheiden, ob ich bleiben oder gehen würde. 

Ich entschied mich zu gehen. Und neu anzufangen. 

Ohne Plan B.

Mit 28 weiß ich nun, dass alles läuft, nur halt nicht nach Plan.

Mit 28 weiß ich nun, dass alles läuft, nur halt nicht nach Plan. Und irgendwie kann ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden. Ich bin 28 und lost. Ich hatte einen Plan, aber keinen Plan B, obwohl ich aktuell schon bei Plan M.5.7.b. sein müsste. 

Ich stehe mit beiden Beinen fest im Leben. Dennoch fühlt es sich an, als ob mich jemand vom Flugzeug geschubst hätte, ohne mir zu erklären, wie der Fallschirm aufgeht. Und ich habe Angst.

„Lebe dein Leben jetzt, du weißt nie, was morgen passieren wird. Vielleicht ist es dann zu spät“ hat Er immer gesagt. Er hatte recht, aber ich habe eine scheiß Angst davor. 

Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich habe Angst, nicht zu wissen. Nicht zu kontrollieren. Ich habe Angst, zu fühlen. Ich habe Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. 

Aber darum geht es angeblich. Also bleibt mir nichts anderes übrig als weiter zu machen. Nicht zu wissen. Nicht zu kontrollieren. Zu fühlen. Die falsche Entscheidung treffen. 

Genau dann, wenn es unmöglich erscheint, machen. Sich für den steinigen Weg entscheiden. Falls notwendig ohne Ziel. Das ergibt sich schon von alleine. Auch ohne Plan B.

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Über den Autor

Die Welt ist meine Heimat, der Ozean meine Energiequelle und Salzwasser meine Blutgruppe. Mein Gesicht ist ein offenes Buch, meine Emotionen habe ich nach 28 Jahren immer noch nicht unter Kontrolle und meine Augen sprechen für mich, ob ich es will oder nicht.

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