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Buch-Review: Der große Trip zu dir selbst

Der große Trip

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379 Seiten voller Geschichten über Trauer, Wut, Ängste. Geschichten über das Leben, über Beziehungen, Liebe und andere Katastrophen. Eine Zusammenfassung diverser Kolumnen aus dem anonymen Beratungsblog „Dear Sugar“ und die dazugehörigen Antworten und Ratschläge der Autorin Cheryl Strayed.  

Das Buch

Der große Trip zu dir selbst (die amerikanische Originalausgabe erschien 2012 unter dem Titel <<Tiny beautiful things>>) sammelt Cheryl Strayeds – damals unter dem Pseudonym Sugar bekannt – antworten zu Fragen von Lesern Ihres Beratungsblogs „Dear Sugar“. Fragen über das Leben, über die Liebe, über Beziehungsstress, über den Tod. 

Das interessante dabei: die Autorin selbst ist weder Psychologin noch Beraterin. In ihrem Vorwort schreibt Cheryl, dass Sie, als wiederverheiratete und überforderte Mutter von 2 kleinen Kindern, selbst auf der Suche nach Antworten war. Entsprechend fühlte sie sich als „falsche Ansprechpartnerin“ für Weisheiten über das Leben und Probleme anderer. Aber genau diese Tatsache, machte den Blog zu etwas besonderem.

Um es ganz klar auszudrücken: das Buch –in 5 verschiedenen Teilen strukturiert – erfindet das Rad nicht neu. ABER…dadurch das die Autorin selbst keine ausgebildete Therapeutin ist, sind Ihre Ratschläge nicht mit irgendwelchen Heilungsmethoden, erfunden von Doktor XY aus dem Jahr 1739, verbunden. Das bedeutet das das was Cheryl sagt, genauso gut der/die beste Freund*in, Mutter, Vater oder sonst wer gesagt haben könnte. Und das ist der Grund wieso das Buch so toll ist. 

Schon bei der Lektüre des Vorwortes merkt man, dass Cheryl selbst noch auf der Suche des Elixiers für ein sorgenfreies Lebens ist. Sie schreibt nicht das, was man hören will, sondern das was man hören muss. Ohne Filter, unverblümt und unverschönert. Sie schreibt genauso wie das Leben ist. Hart, ehrlich und rückhaltlos.

Die Autorin: Cheryl Strayed

Geboren in 1968 in Pennsylvania, Vereinigte Staaten ist Cheryl Strayed mittlerweile aus Autoren-Kreisen nicht mehr wegzudenken. Bekannt durch ihre Bestseller-Autobiographie „Wild: From Lost to Found on the Pacific Crest Trail“ – die sogar von und mit Reese Whiterspoon erfolgreich verfilmt wurde -, veröffentlichte sie nach Ihrem Literatur-Studium mehrere Beiträge für die New York Times und Vogue (u.a.). Der Roman Torch und der Ratgeber Brave Enough sind ebenfalls bekannte Werke von Strayed.

Warum das Buch mir half als ich nicht weiterwusste

Auf Der große Trip zu dir selbst von Cheryl Strayed wurde ich durch meine Recherche über die so genannte „Quarter Life Crisis“ aufmerksam. In einer Zeit, in der ich nicht weiterwusste und nach Antworten suchte, fand ich in den Worten von Cheryl ein wenig Rückhalt. Nicht weil Sie Antworten zu meinen Fragen bereithielt. Sondern weil ich durch die Geschichten anderer, mir unbekannten Personen verstand, dass ich nicht die einzige war die kämpfte. 

Das Buch war definitiv nicht die Lösung meiner Existenzkrise. Es war kein Wundermittel zu den nächtlichen Debatten zwischen myself and I, es hielt die Tränen nicht fern und ich fühlte mich durch die geschriebenen Worte nicht weniger einsam und hilflos. Zumindest nicht zu dem Zeitpunkt als ich das Buch las. Aber, rückblickend betrachtet, war das Lesen dieser stinknormalen, manchmal langweilig, manchmal herzzerbrechende Geschichten, ein großer Trip zu mir selbst. Dabei war mir gar nicht bewusst, dass ich mich – in diesen fast 3 Jahren – suchen musste. 

Ich betone nochmal, dass es sich bei Der große Trip zu dir selbst NICHT um ein Heilmittel handelt, sondern eher um ein neutrales Gespräch unter Menschen, die einem klar machen, dass wir alle Probleme haben. Und manchmal ist diese objektive Meinung, genau die Meinung, die wir brauchen.  

Mein Fazit: besonders in Zeiten, in denen man das Gefühl hat, die Welt würde stillstehen, man nicht weiß wie es weitergehen soll und sich alleine fühlt, ist das Lesen dieses Buches sehr empfehlenswert. Oder einfach nur so. Weil die Geschichten sehr real und human, und somit für jeden greifbar sind. 

Bewertung: 4 von 5.

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Über den Autor

Die Welt ist meine Heimat, der Ozean meine Energiequelle und Salzwasser meine Blutgruppe. Mein Gesicht ist ein offenes Buch, meine Emotionen habe ich nach 28 Jahren immer noch nicht unter Kontrolle und meine Augen sprechen für mich, ob ich es will oder nicht.

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